Zweites Konsortialtreffen von ReDriveS
Positive Zwischenbilanz für automatisierte und digitalisierte Kreislaufwirtschaftslösungen Zweites Konsortialtreffen von ReDriveS
Am 23. und 24. Juni 2026 traf sich das Konsortium des Forschungsprojekts ReDriveS ("Automatisierte und digitalisierte Kreislaufwirtschaftslösungen für elektrische Achsantriebssysteme") bereits zum zweiten Mal. Gastgeber des zweitägigen Projekttreffens war das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt. Rund fünf Monate nach dem offiziellen Projektstart kamen die 25 Projektpartner aus Industrie, Mittelstand und Wissenschaft zusammen, um den aktuellen Projektfortschritt zu bewerten, erste Ergebnisse vorzustellen und die nächsten Entwicklungsschritte abzustimmen.
Im Mittelpunkt des Treffens standen die Fortschritte in den einzelnen Arbeitspaketen. Die Projektteams präsentierten bereits erreichte Meilensteine und Demonstratoren, die den erfolgreichen Projektverlauf unterstreichen. Zu den wesentlichen Ergebnissen zählen:
- Vorstellung eines neuen Konzepts für das digitale Ökosystem mit ersten Demonstratoren der digitalen Zustandsmodelle zur Komponentenbewertung. Digitale Zwillinge und ein digitaler Produktpass schaffen die Grundlage für eine herstellerübergreifende Kreislaufwirtschaft elektrischer Antriebssysteme.
- Fortschritte bei der Entwicklung von Handling-, Demontage- und Zerlegewerkzeugen für eine automatisierte und möglichst zerstörungsfreie Demontage elektrischer Achsantriebssysteme.
- Neue Erkenntnisse zum kreislauffähigen Design elektrischer Achsen, um Demontage, Wiederverwendung und hochwertiges Recycling bereits in der Produktentwicklung zu berücksichtigen.
- Ergebnisse aus den experimentellen Untersuchungen entlang der Recyclingkette: von der mechanischen Zerkleinerung über die Materialaufbereitung bis hin zum Recycling von Permanentmagneten und kritischen Rohstoffen.
In ergänzenden Workshops wurden die Schnittstellen zwischen den Arbeitspaketen weiter geschärft, zentrale Fragestellungen gemeinsam bearbeitet und die nächsten Entwicklungsschritte innerhalb des Konsortiums abgestimmt.
Ein besonderes Highlight des Treffens war die Vorstellung der Ergebnisse des ersten mechanischen Aufbereitungsversuchs mit mehr als 250 E-Achsen über eine großindustrielle Schredder- und Aufbereitungsanlage. Ziel war es, reale Materialfraktionen zu gewinnen und zu bewerten, welche Sekundärrohstoffe auch ohne vorherige Demontage zurückgewonnen werden können. Zugleich zeigt der Versuch die Grenzen heutiger Schreddertechnologien auf: Insbesondere die gezielte Rückgewinnung von Seltene-Erden-Magneten lässt sich nur durch eine vorgelagerte, zielgerichtete Demontage der Achsen erreichen. Die Ergebnisse liefern damit eine wichtige Basis für die ökologische und wirtschaftliche Bewertung künftiger Recycling- Demontagepfade.
Neben den fachlichen Themen standen auch Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, sowie die weitere Vernetzung der Projektpartner auf der Agenda. Das Konsortialtreffen bot damit eine wichtige Plattform, um Erkenntnisse zusammenzuführen, Synergien zu nutzen und die nächsten Meilensteine der Projektumsetzung gemeinsam vorzubereiten.
Die Ergebnisse des Treffens zeigen, dass ReDriveS planmäßig voranschreitet. Die in den ersten Projektmonaten erzielten Fortschritte schaffen eine wichtige Grundlage für die kommenden Entwicklungsphasen und unterstreichen den hohen Stellenwert der interdisziplinären Zusammenarbeit innerhalb des Konsortiums.
ReDriveS zählt zu den nationalen Leuchtturmprojekten im Fachprogramm “DNS der zukunftsfähigen Mobilität - Digital, Nachhaltig, Systemfähig” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Das von der Schaeffler AG koordinierte Verbundprojekt vereint 25 Partner aus Industrie, Mittelstand und Wissenschaft. Mit einem Projektvolumen von mehr als 25 Millionen Euro entwickelt das Konsortium innerhalb von 36 Monaten innovative Lösungen für eine nachhaltige, automatisierte und digital unterstütze Kreislaufwirtschaft elektrischer Achsantriebssysteme. Im Fokus stehen automatisierte Demontageprozesse, innovative Recyclingverfahren sowie der Aufbau eines digitalen Ökosystems mit digitalen Zwillingen zur herstellerübergreifenden Datennutzung. Ziel ist es, die Ressourceneffizienz zu steigern, strategische Rohstoffe im Kreislauf zu führen und die Wertschöpfungsketten der Elektromobilität langfristig resilienter zu gestalten.
FFT stellte im Rahmen des Projekttreffens die Ergebnisse aus der manuellen Demontage von elektrischen Achsantriebssystemen vor. Die erlangten Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung automatisierter Prozesse und die Auslegung zukünftiger Anlagenkonzepte zur automatisierten Demontage von E-Achsen. Ergänzend wurde gemeinsam mit den in diesem Arbeitspaket beteiligten Projektpartnern ein Workshop zu Herausforderungen und Risiken bei der Demontage von Rotor und Stator durchgeführt. Die Ergebnisse sollen in die weitere Entwicklung flexibler und nachhaltiger Demontagestrategien einfließen.